Sven Rump

PPP ist eine liberale Denkweise, die die Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft sinnvoll verflechtet. Dadurch wird die Staatsquote tendenziell reduziert.

PPP-News

Das neue Verwaltungszentrum in Burgdorf ist bezugsbereit

tstamp);*/ echo substr($this->date, 0, -5); ?>

Das Zentrum Neumatt wird nach dem neuen PPP-Modell betrieben

Die Wände riechen nach frischer Farbe, wenn man die Gebäude des neuen Verwaltungszentrums Neumatt in Burgdorf betritt. Nun, nach knapp zweijähriger Bauzeit, ist das neue kantonale Verwaltungszentrum für die Region Emmental-Oberaargau mit seinen insgesamt sieben Gebäuden bezugsbereit. Umzugstransporter fahren vor und liefern die Möbel der zukünftigen Nutzer. Letzte Arbeiten an Umgebung und Haustechnik werden beendet.

Neues Zentrum – neues Modell
«Wir haben etwas gewagt und ich darf sagen: Wir haben gewonnen», mit diesen Worten eröff nete Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer(SP) gestern die Vorstellung des neuen Zentrums in Burgdorf vor den Medien. Mit dem Bau des Verwaltungskomplexes Neumatt beschreitet der Kanton neue Wege. Erstmals in der Schweiz wurde ein Gebäude nach dem Modell einer Publicprivate-Partnership (PPP) gebaut. Dieses Modell sieht eine Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit privaten Unternehmen vor: im Falle des neuen Verwaltungszentrums Neumatt die Zusammenarbeit des Kantons Bern mit der eigens für dieses Projekt gegründeten Gesellschaft Zeughaus PPP AG, bestehend aus den Gesellschaftern Marti Invest AG und der BAM PPP Deutschland GmbH. Dabei ist der Kanton von Beginn an Eigentümer, während die Finanzierung vollständig von der privaten Gesellschaft übernommen wird und der Kanton die Kosten erst während des Betriebs zurückbezahlt. Gemäss dem PPP-Modell erstellt die Zeughaus PPP AG die Gebäude nicht nur auf eigene Kosten, sie wird diese auch in den kommenden 25 Jahren betreiben. Dafür wird sie vom Kanton mit einem jährlichen Nutzungsentgelt von gut 16 Millionen Franken entschädigt. Die Hälg Facility Management AG wird während dieser Zeit im Auftrag der Projektgesellschaft alle Betriebsleistungen erbringen. Rund 150 Millionen kostet das ganze Bauprojekt.

Nun ist die Bauphase abgeschlossen, das Zentrum betriebsbereit und beide Seiten, sowohl die beteiligten Privatunternehmen wie auch die öff entliche Hand, zeigen sich sehr zufrieden: «Bis jetzt können wir sagen, dass wir diejenigen Leistungen bekommen haben, die wir bestellt haben», sagte Egger. «Wir haben einen zufriedenen Arbeitgeber, das ist die höchste Anerkennung», umschrieb Touraj Etezady, Geschäftsführer Marti Invest AG, die Zufriedenheit der Projektgesellschaft.

«Nicht alle Bauten bieten sich für dieses Modell an», sagte Regierungsrätin Egger. Das Modell stelle für die Verwaltung eine grosse Herausforderung dar, und das Vertragswerk mit rund 1000 Seiten sei «hochkomplex und sehr umfangreich». Doch ergäben sich mit dem Modell etliche Vorteile für die Behörde. Sie werde entlastet und arbeite mit der privaten Gesellschaft als einzigem Ansprechpartner. Bau- und Planungsrisiken könnten auf diese abgewälzt werden. Auch ein wichtiger Aspekt war der Kostenpunkt: Laut Egger gehen Modellrechnungen davon aus, dass die Gesamtkosten über 25 Jahre um etwa fünf Prozent tiefer sind als bei einer konventionellen Lösung. Dies auch dank der Kostenoptimierung durch fachliches Know-how der privaten Unternehmungen. Künftig werde man also kantonale Projekte daraufhin prüfen, ob sie sich für das PPP-Modell eignen, sagte Egger.

Konzentration auf Burgdorf
Im neuen Verwaltungszentrum auf dem ehemaligen Zeughausareal in Burgdorf sind künftig 450 Arbeitsplätze der kantonalen Verwaltung und der Justiz untergebracht. Darunter befi nden sich unter anderem ein Regionalgefängnis, ein Werkhof, die regionale Steuerverwaltung und das Regionalgericht sowie das Berufsinformationszentrum und die Erziehungsberatung. Im Rahmen der Reformen der dezentralen kantonalen Verwaltung und der Justiz werden insgesamt 19 kantonale Dienststellen konzentriert, die bisher auf 14 Standorte in der Stadt Burgdorf, aber auch in Fraubrunnen, Langnau und Aarwangen verteilt waren. «Es war nicht von Anfang an klar, dass das Zentrum in Burgdorf gebaut wird», sagte Regierungsrätin Egger. Auch andere Gemeinden im Emmental hätten das Zentrum gerne gehabt, nun steht es auf dem Areal des alten Zeughauses in Burgdorf, das der Kanton vom Bund übernehmen konnte.

Das PPP-Projekt in Burgdorf ist mit dem jetzigen Bezug der Gebäude noch nicht abgeschlossen. Erst die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich das Modell des privaten Betriebs der Verwaltungsgebäude bewährt.

 

Autor/HerausgeberLéa Zürcher
QuelleDer Bund
Datum03.04.2012

Zurück | Einen Kommentar schreiben

Kommentare

Was ist die Summe aus 5 und 4?*