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Grossprojekt wirft Fragen auf

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Zürich saniert Kongresshaus und Tonhalle

Zürcher Steuerzahler dürften leer schlucken, wenn sie sehen, was die Sanierung von Tonhalle und Kongresshaus kostet. Der Stadtrat sollte vor der Abstimmung noch ein paar Fragen klären.

von Irène Troxler, www.nzz.ch

Auf Applaus kann der Zürcher Stadtrat nicht hoffen mit seinem Sanierungsprojekt für das Kongresshaus am See und die Tonhalle. Die meisten Steuerzahler dürften zunächst einmal leer schlucken, wenn sie den Betrag von fast 170 Millionen Franken sehen, den die Renovation dieser Baudenkmäler verschlingen wird. Nur mit dieser rekordverdächtigen Summe könnten die Häuser wieder flottgemacht werden für die nächsten dreissig Jahre, sagt die Zürcher Stadtregierung.

Manche dürften jetzt dem hochfliegenden Projekt für einen Neubau nochmals nachtrauern. Das gescheiterte Moneo-Projekt wäre die Stadt dank Public-private-Partnership deutlich günstiger zu stehen gekommen. Doch dieser Zug ist abgefahren. So muss die Stadt nun wider Willen das Beste machen aus ihrem alten Kongresshaus, statt ein neues zu planen. Das Gebäude aus den 1930er Jahren ist ein architektonisches Bijou der klassischen Moderne. Als bauliche Hülle für moderne Kongresse ist es aber nicht gerade optimal.

Dass bauliche Anpassungen in Denkmalschutzobjekten teuer sind, überrascht niemanden. Dennoch bleiben beim Projekt, das Zürich am Mittwoch präsentiert hat, Fragen offen. Beispielsweise wird die Stadtregierung, die im Ruf steht, ihre Bauprojekte zu vergolden, genau erklären müssen, ob die Steuerzahler hier nur für das Nötige oder auch noch für alles Wünschbare zur Kasse gebeten werden. Man fragt sich auch, ob die Kosten, die innert zwei Jahren um einen Fünftel angestiegen sind, noch weiter in die Höhe schnellen werden. Bei der letzten grossen Sanierung eines Baudenkmals – des Stadthauses – fiel die Bauabrechnung am Ende nochmals fünf Prozent höher aus als der bewilligte Kredit. Im Hinblick auf den Betrieb der beiden sanierten Häuser nach der Wiedereröffnung hat der Stadtrat Transparenz versprochen. Dazu würde eigentlich auch ein Rückblick auf die vergangenen Jahre gehören. So könnte man sich ein Bild machen, ob die Stadt künftig mehr oder weniger an den Betrieb beisteuern muss als bisher. Dazu fehlen aber grundlegende Informationen.

Fast so verzwickt wie die bauliche Situation an der Claridenstrasse ist die Organisationsform der beiden Häuser. Dieses über Jahrzehnte gewachsene und verschuldete Konstrukt zu entschlacken, war richtig. Dass die private Kongresshausstiftung nun aber einfach in eine städtische Stiftung übergeführt wird, liegt keineswegs auf der Hand. So wird der Stadtrat auch die Frage beantworten müssen, wieso die Stadt gleich alles an sich reissen muss. Und im gleichen Zug kann er erklären, warum er eine Beteiligung Privater nach dem Scheitern des Moneo-Projekts nicht mehr in Betracht gezogen hat.

Quelle: www.nzz.ch

Autorin: Irène TroxlerDatum: 17. September 2015

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