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Männedörfler wollen Einfluss auf Altersheim nicht verlieren

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Das Altersheim Allmendhof soll durch einen Neubau ersetzt werden. Nun läuft die Diskussion darüber, wo das neue Heim stehen und wer es betreiben soll. An einem Anlass waren Ängste vor einer zu starken Privatisierung zu spüren.

von Michel Wenzler, Zürichsee-Zeitung

Die Bevölkerung von Männedorf wird immer älter – und dasselbe gilt für die Bausubstanz des Altersheims Allmendhof. Das Heim unterhalb des Appisbergs soll neu gebaut und den modernen Ansprüchen an Pflege und Wohnen im Alter angepasst werden. Heute hat der Allmendhof 55 Pflegeplätze. Obwohl in Männedorf bis 2040 fast doppelt so viele über 85-Jährige leben werden wie heute, wird die Zahl der Pflegeplätze nicht wesentlich erhöht. Momentan geht die Gemeinde davon aus, dass im neuen Allmendhof 60 Plätze ausreichen. Vorgesehen sind 30 Plätze in einer Pflegestation sowie 30 Wohnungen, die zum Pflegeheim gehören.

Nur wenige gehen ins Heim

Der Grund für die praktisch gleich bleibende Zahl: Ältere Menschen wechseln heute erst spät ins Heim und bleiben möglichst lange zuhause wohnen. Zahlen belegen das eindrücklich: 310 Personen oder 2,8 Prozent der Einwohner von Männedorf sind über 85 Jahre alt. Es wohnen aber nur 140 Personen aus Männedorf in einem Pflegeheim, rund ein Drittel davon ausserhalb der Gemeinde.

Zusammen mit den rund 80 Plätzen von privaten Anbietern ist nach Ansicht des Gemeinderats auch der künftige Bedarf gedeckt. Der Trend gehe ohnehin Richtung Alterswohnungen mit Service, der beispielsweise von der Spitex sichergestellt wird.

In Männedorf stellen sich somit andere Fragen als jene nach der Zahl der Pflegeplätze. Vor allem um zwei Punkte drehte sich am Dienstagabend die Diskussion an einer Informationsveranstaltung. Die erste Frage betrifft den Standort. Gemeindepräsident André Thouvenin (FDP) stellte drei Varianten vor. Der naheliegendste ist jener des bisherigen Allmendhofs, der weit oben am Berg liegt. Ein zweiter möglicher Standort befindet sich gegenüber dem Hallenbad an der Haldenstrasse. Dort betreibt die Stiftung Seniorenwohnungen Männedorf (SSW) bereits Alterswohnungen. Da sie ihr Angebot ausbauen will, könnten sich Synergien ergeben. Zentral gelegen wäre schliesslich der dritte mögliche Standort an der Mittelwiesstrasse in der Nähe des Bahnhofs. Die dortigen Parkplätze würden dann unter den Boden verlegt.

In der Diskussion machten sich zunächst die Verfechter des zentralen Standorts bemerkbar. Die alten Menschen könnten dort besser am öffentlichen Leben teilnehmen, lautete das häufigste Argument, das die rund 140 Anwesenden im Gemeindesaal hörten.

Dann aber machten sich plötzlich Anwohner des Allmendhofs sowie Angehörige von Heimbewohnern für den alten Standort stark. Dieser befinde sich nahe am Grünen und sei ideal für ältere Menschen, die gar nicht mehr so stark das Bedürfnis hätten, ihr Zuhause zu verlassen.

Gemeindeschreiber Jürg Rothenberger liess unverbindlich abstimmen. Der Standort Allmendhof fand deutlich mehr Anklang als jener an der Mittelwiesstrasse. Der Name Haldenstrasse fiel in der ganzen Diskussion kein einziges Mal.

Höhere Preise befürchtet

Noch kontroverser war die Frage nach dem künftigen Betreiber. Der Gemeinderat will den Haushalt entlasten und erreichen, dass Männedorf künftig keine Betriebsbeiträge mehr an das defizitäre Heim zahlen muss. Der Allmendhof soll also künftig seine Kosten selber decken. Dies soll gelingen, indem das Heim aus der Gemeindeverwaltung ausgelagert und einem Betreiber übergeben wird.

Für diese Idee musste der Gemeinderat Kritik einstecken. «Ich kann nicht nachvollziehen, dass die Gemeinde das Heim nicht mehr selber führen will», sagte eine Frau im Publikum. Ein Anwesender gab zu bedenken, dass ein privater Betreiber zwar dieselbe Qualität in der Pflege zu gewährleisten vermöge, aber zu einem höheren Preis. Ein weiterer Senior warnte: «Wir dürfen nicht alles privatisieren! Die Gewinnmaximierung darf nicht im Altersheim Einzug halten.»

CVP-Präsident Etienne Ruedin hingegen schlug sich auf die Seite des Gemeinderats. Die Gemeinde habe eigentlich gar kein Knowhow in der Pflege, sagte er. Deshalb sei es vorteilhaft, wenn man das Heim in die Hände von Profis übergebe. Die SP wiederum stört sich daran, dass der Gemeinderat für die Betriebsform nur noch zwei Varianten im Auge hat (siehe Kasten).

Dieser schlägt zum einen eine gemeinnützige Aktiengesellschaft vor, die das Heim betreibt. Die Gemeinde würde dadurch weitgehend die Kontrolle behalten. Die zweite Variante wäre eine sogenannte Public Private Partnership (PPP), also eine Kooperation zwischen öffentlicher Hand und Privaten. Beispielsweise könnte das Land im Baurecht an einen Dritten abgegeben werden, der das Heim baut und betreibt.

Bevölkerung tickt anders

Der Gemeinderat und die Projektgruppe Allmendhof würden diese Variante bevorzugen. Eine erneute Konsultativabstimmung zeigte aber, dass die Mehrheit im Saal anders dachte: Sie würde einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft den Vorzug geben.

Entschieden ist noch nichts. Der Gemeinderat hat versprochen, die abgegebenen Meinungen und Kommentare beim weiteren Vorgehen zu berücksichtigen.

Quelle: www.zsz.chAutor: Michel WenzlerDatum: 24. November 2016

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