Tobiolo Gianella

PPP entlastet die öffentlichen Finanzen, die öffentliche Hand behält die Projekthoheit bei den wesentlichen operativen und strategischen Entscheiden.

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Medienmitteilung: PPP-Modelle im Gesundheitsmarkt mit Zukunftspotenzial

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Zürich, 5.12.2008 Der verschärfte Wettbewerb im Gesundheitswesen zwingt mehr und mehr dazu, Finanzierungs- und Organisationsalternativen zu prüfen. Partnerschaften zwischen öffentlicher und privater Hand – Public Private Partnership (PPP) – werden dabei zunehmend als sinnvolle Kooperationsform angesehen.

Rund 100 Persönlichkeiten aus den Bereichen Gesundheitswesen, Politik, Verwaltung sowie Wirtschaft verfolgten mit grossem Interesse die vom Verein PPP Schweiz organisierte und unter der fachlichen Leitung des Kompetenzzentrums Health Network Engineering (CC HNE) der Universität St. Gallen stehende Veranstaltung zum Thema „Public Private Partnership im Gesundheitswesen“. Die Tagung zeigte das Potenzial und die notwendigen Rahmenbedingungen von PPP-Projekten im Gesundheitswesen in der Schweiz auf.

Folgen des verschärften Wettbewerbs

Die Schweiz hat eines der besten Gesundheitswesen der Welt – und eines der teuersten. 2006 betrugen die Kosten insgesamt 52,8 Milliarden Franken. Die Politik beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit de Eindämmung der Kostenentwicklung. Die Ansätze dazu reichen vom planwirtschaftlichen über das staatlich regulierte bis hin zum wettbewerbsorientierten Modell. Der Druck auf die öffentliche Hand nimmt zu. „Die Positionierung von öffentlichen Krankenhäusern in einem zunehmend von Wettbewerb geprägten Umfeld erfordert eine Struktur- und Prozessoptimierung“, ist Thomas Pfisterer, alt Ständerat und Präsident des Vereins PPP Schweiz, überzeugt.

Nach Einschätzung des Luzerner Gesundheitsdirektor Markus Dürr soll und wird sich auch im Gesundheitsbereich die Entwicklung vom Leistungsstaat zum Gewährleistungsstaat durchsetzen. Das PPP-Modell ist dabei aus seiner Sicht ein interessanter Lösungsansatz. Es ermöglicht alternative und einfachere Finanzierungen, es begünstigt den Know-how-Transfer und die Synergienutzung führt zu einer wirtschaftlichen Leistungserbringung. Der Kanton Luzern hat schon verschiedene Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt.

Mit der beschlossenen Revision des Krankenversicherungsgesetzes KVG wird nach Einschätzung von Markus Dürr kaum ein Kanton mehr darum herumkommen, auch mit Privatspitälern eng zusammenzuarbeiten und Vertragsverhältnisse für die Leistungserbringung einzugehen. Allerdings gibt es hier noch einige knifflige Fragen zu lösen, weil das KVG einen Spagat zwischen Wettbewerb und Planung machen will und viele Fragen offen lässt. PPP-Modelle erachtet Dürr für nationale E-Health-Projekte, wie bspw. die Gesundheitskarte, für unabdingbar.

Zukunftspotenzial PPP

Eine kürzlich durchgeführte und an der Veranstaltung präsentierte Umfrage des CC HNE der Universität St. Gallen zum Potenzial von PPP im Gesundheitswesen zeigt gemäss Peter Rohner aufschlussreiche Resultate. Fast die Hälfte der befragten rund vierzig Institutionen (Spitäler, Alters-/Pflegeheime, Support-Dienstleister, private medizinische Dienstleister, Versicherungen, Medizintechnik- und Implantateanbieter) sind bereits heute in irgendeiner Form in PPP-Projekte involviert. Als besonders geeignete Bereiche werden Hotellerie / Gastronomie, E-Health / Informatik, Immobilien- / Infrastrukturfinanzierung sowie Bau und Betrieb von Infrastrukturen bezeichnet.

Die Erwartungen bezüglich Know-how-Bedarf, Effizienz, Effektivität, Kapitalbedarf und schnelle Umsetzung wurden dabei mehrheitlich erfüllt. Als mögliche Hindernisse für PPP-Modelle wurden unter anderem Lücken in der Gesetzgebung, der fehlende Wille zur Abgabe bisher hoheitlicher Aufgaben und mangelnde Erfahrung im Umgang mit PPP genannt. Die Vorschläge, wie PPP im Gesundheitswesen in Zukunft vermehrt Fuss fassen kann, fielen vielfältig aus. Die zunehmende Kooperation unter den Leistungserbringern wird dabei als der wesentliche Treiber für PPP im Gesundheitswesen erachtet. Die am Beispiel eines Regionalspitals erläuterten Kooperationsfelder zeigen denn auch erhebliche Potenziale für PPP.

Als dringend notwendig werden die Information und Aufklärung, die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen und der Erfahrungsaustausch erachtet.

Erfahrungsbericht Radiologie Luzern Land – Vorteile für alle Beteiligten

Benno Fuchs, Direktor des Luzerner Kantonsspitals, informierte über die Erfahrungen der Zusammenarbeit zwischen dem (öffentlichen) Luzerner Kantonsspital und dem (privaten) Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ). Seit Frühling 2008 bietet die gemeinsam von beiden Spitälern gegründete und je zur Hälfte finanzierte Radiologie Luzern Land AG der luzernischen Bevölkerung Dienstleistungen im Bereich Radiologie und Diagnostik an.

„Hauptziel ist, unsere Patienten bei gleichbleibend hoher Qualität schneller und günstiger zu betreuen“, erläuterte Benno Fuchs. Die Vorteile des Zusammengehens seien gemäss Fuchs vielschichtig. So müssten beispielsweise die Investitions- und Betriebskosten eines gemeinsam finanzierten neuen MRI-Gerätes nicht mehr alleine getragen werden. Zudem könne das SPZ seine Stellung in der Radiologie dank der Kooperation mit dem Spital Sursee weiter ausbauen und die eigene Radiologie-Abteilung wirtschaftlicher betreiben. Auch profitieren Patienten und zuweisende Ärzte von erweiterten Angeboten und besseren Dienstleistungen – bei gleichzeitig optimaler Nutzung der vorhandenen Ressourcen.

PPP-Projekte als strategische Partnerschaften

Ebenfalls überzeugt von PPP-Modellen zeigte sich Ständerat Bruno Frick, Vorstandsmitglied des Vereins PPP Schweiz. Das Zukunftspotenzial öffentlich-privater Partnerschaftsmodelle in Form von PPP der Spitäler sei gross, meint Bruno Frick. Er hoffe auf Kooperationsbereitschaft und Aufgeschlossenheit gegenüber solchen Modellen. Entscheidend sei, dass PPP-Projekte als strategische Partnerschaften verstanden werden mit der Verfolgung gemeinsamer Ziele und mit wechselseitigen Vorteilen für beide Parteien. Die Gesundheitsbranche sei aufgefordert, PPP als Realisierungsvariante ins Auge zu fassen und für anstehende Vorhaben Eignungstests durchzuführen.

Der Verein PPP Schweiz hat sich vor diesem Hintergrund zur Bildung einer Fachgruppe entschlossen, welche sich zum Ziel setzt, das generelle Bewusstsein für PPP im Gesundheitswesen zu vertiefen.

Weitere Informationen:

  • Dr. Thomas Pfisterer, Präsident, Tel. 078 647 34 14
  • Heinz Gut, Geschäftsführer, Tel. 079 400 57 09

Die Medienmitteilung und die Folien der Veranstaltung finden Sie ab 5. Dezember 2008, 17 Uhr, im Internet unter: www.pppschweiz.ch.

Autoren:Verein PPP Schweiz
Quellen:-

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